Spreewaldfahrt am 13. November 2011

Die Autos waren bereits am Vortag mit den Booten beladen – 6 K2, 11 K1, die natürlich nicht alle auf unseren kleinen Vereinsbootsan­hänger passten. 23 Wikinger und Wikingerinnen fanden um 7.00 Uhr einen warmen Sitzplatz, verteilt auf alle 5 Fahrzeuge, und dann ging es um 7.15 Uhr los nach Lübbenau zur Einsatzstelle am ‘Naturcamping­platz am Schlosspark’. Bald fuhren wir in den rot leuchtenden Sonnen­aufgang hinein. Spätestens da regten sich die Lebensgeister und wir wussten, es wird ein schöner Paddeltag werden. Nach ca. 115 km und knapp 90 Minuten trafen wir am Ziel ein, wo es um die 0° C kühl war. Die beiden Hoffmänner werkelten bereits vor Ort an ihrem K2 und auch wir gewannen beim Abladen, Einräumen und Herum­laufen an Wärme und Frohsinn.

9.45 Uhr schwammen schließlich 25 Wikinger in ihren 18 Booten auf dem Lehder Fließ und folgten dem vorbesprochenen Kurs. Die Ulmen standen kahl und grau, wenig Grün nur noch am Boden und an den Ufern der Kanäle, manchmal erreichten uns schwach wärmende Sonnenstrahlen schräg durch die Äste. Doch die Stimmung, die war ganz anders. Es sind die Bewegung und die Gemeinschaft, die wärmen, die Leben und Farbe in solche Unternehmungen und auch die Landschaft bringen. Beides funktio­niert immer gut auf unseren Fahrten, finde ich. Der Ausstieg vor Rollwehren trug zur Beine-Belebung bei, auch die 4 Selbst­bedienungsschleusen sorgten für Abwechselung. Henrike übernahm die Arbeit der Schleusenwärterin und schob mit viel Kraft die Tore beiseite oder schloss sie. Oft musste sie zweimal schleusen, weil die Kammer die Wikinger-Massen mit einem Mal nicht fasste. Im Großen Fließ, an der Schleuse 60, machten wir um 12.30 Uhr die große Pause.

Dort saßen wir in voller Sonnen­bestrahlung, tranken was, kauten was und tauschten dies und das. Plötzlich schrie es laut: „Achim, gib die Wurst her!“ Ich und Wurst? Das passte nun gar nicht. Käse-, Keks-, Eier-Dieb, das wäre noch gegangen, aber Wurst, die mir mein ganzes Leben noch nicht über die Lippen gegangen ist? Die Lösung war genauso komisch wie Wurst und ich: ein kleines räuberisches Hünd­chen, das ausgerechnet auf den Namen Achim hörte. Es wuselte durch die vielen Beine und abgelegten Nahrungsmittel, gehörte zu einem Spreewälder Boot in der Schleuse und war wohl kurz auf Landgang und Nahrungssuche gewesen.

Um 13.00 Uhr ging es weiter, über Leiper Graben, Hauptspree und schließlich durch das malerische Lehde. Nach der letzten Schleuse an der Schneidemühle landeten wir um 15.15 Uhr am Ziel. Es folgte eine Stunde mit Raus-aus-den-feuchten-Klamotten, Booteaufladen und Nichts-wie-hin zur vorbestellten Gaststätte. Ausgiebig anstoßen auf die gelungene Fahrt, warm- und satt werden, Beine ausstrecken und Müdigkeit genießen – ein wunderbarer Lohn des Tages! Rückfahrt, Abladen, Boote säubern und verstauen, ein notwendiges Übel. Die Zusammenarbeit klappte wie am Schnürchen, hier wie auf der gesamten Fahrt, eine tolle Gemeinschaftsleistung. Ich freue mich auf die nächste Fahrt.
Achim

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